Stechen sich Blinde beim Essen in die Stirn?

Die Ausstellung «Dialog im Dunkeln» sensibilisiert zum Thema Sehbehinderung

Nach Anleitung ein Türmchen aus Bauklötzen bauen, scheint einfach. Ganz anders wird das, wenn man eine Augenbinde trägt. So kann man das bei der Ausstellung «Dialog im Dunkeln» in Zug erleben.

Die Gesellschaft sensibilisieren – das ist das Ziel der Ausstellung und des dazugehörigen Workshops. Rasim Camoglu arbeitet dort als Guide für die Ausstellung. Auf einem Auge sieht er noch vier, auf dem anderen sieben Prozent. Als praktisch Blinder bekommt er auch manchmal eigenartige Fragen gestellt.

«Ich wurde mal gefragt, ob sich Blinde mit der Gabel beim Essen in die Stirn stechen»,

erzählt der 33-Jährige. «Natürlich nicht», hängt Camoglu schmunzelnd an. Schliesslich sitzen Sehende ja auch nicht mit dem Spiegel vor dem Essen, um den Mund nicht zu verfehlen.

Empathie und Vielfalt

Die Ausstellung soll spielerisch beibringen, was es heisst, Empathie zu zeigen. Man kann lernen, dass der erste Eindruck einer Person manchmal lange nicht alles erzählt, und dass man eigentlich selber auch sehr verschieden zu anderen Menschen sein kann.