Altbundesrat soll von Crypto-Spionage gewusst haben

Der Altbundesrat Kaspar Villiger muss sich erklären

Altbundesrat Villiger will nichts gewusst haben von den Spionagetätigkeiten der Crypto AG.

Details zur Cryptoleaks-Spionageaffäre bringen einen Schweizer Altbundesrat in Bedrängnis. So soll der FDP-Altundesrat Kaspar Villiger gewusst haben, dass der amerikanische und der deutsche Nachrichtendienst mit Hilfe der Zuger Firma Crypto AG andere Länder ausspionierten.

Rund 100 Länder wurden jahrelang vom amerikanischen Nachrichtendienst CIA und dem deutschen Nachrichtendienst BND beschattet und zwar mit Hilfe der Firma Crypto AG im Kanton Zug. Immer mehr Details der grossen Recherche der Rundschau, des ZDF und der Washington Post werden publik. Am Mittwochabend hat die Rundschau Passagen aus CIA-Dokumenten zitiert und darin steht wortwörtlich, dass der damalige Verteidigungsminister Kaspar Villiger von den Machenschaften bei der Crypto AG Bescheid wusste. Aber Villiger schwieg.

Villiger dementiert

Gegenüber der Rundschau dementiert Villiger in einer schriftlichen Stellungnahme, was in den CIA-Dokumenten steht: «Wer und was auch immer hinter den CIA-Notizen zu meiner Person stecken mag, sie stimmen in dieser Form nicht. Denn eine detaillierte Information über die neutralitätspolitisch problematische Übungsanlage hätte mich alarmiert und zur Information des Bundesrates veranlasst.»

PUK wird wahrscheinlich

Derweil wird der Ruf nach einer Parlamentarischen Untersuchungskommission PUK lauter. Alle grosse Parteien mit Ausnahme der CVP sind grundsätzlich für eine solche Untersuchung. Die PUK ist ein drastisches Mittel. In Geschichte des Parlamentes wurde es erst vier Mal ergriffen.