Die Zuger FDP verliert ihren Nationalratssitz

Der Sitz geht an Manuela Weichelt von der ALG

Obwohl jeder Vierte im Kanton Zug links wählt, sind linke Politiker weder in der Kantonsregierung noch in Bundesbern vertreten. Manuela Weichelt und Dolfi Müller versuchten dies zu ändern - mit Erfolg. Manuela Weichelt sichert sich den Sitz der FDP im Nationalrat.

Überraschung in Zug: Manuela Weichelt-Picard hat für die Alternative - die Grünen (ALG) der FDP den Nationalratssitz abgenommen. Sie ist die erste Frau, die Zug in Bundesbern vertritt. Die beiden Nationalräte von CVP und SVP wurden genauso wiedergewählt wie CVP-Ständerat Peter Hegglin. Der zweite Ständeratssitz wird in einer Stichwahl vergeben.

Nationalrat und SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi erzielte mit 15'359 Stimmen das beste Resultat. Auf den zweiten Platz schaffte es der zweite bisherige Zuger Nationalrat, CVP-Präsident Gerhard Pfister, mit 13'872 Stimmen.

Die neugewählte Manuela Weichelt-Picard (ALG) kam auf 6'292 Stimmen. Dabei schaffte die alt Regierungsrätin Historisches: Sie ist die erste Frau überhaupt, die für den Kanton Zug in ein nationales Parlament gewählt wurde. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,1 Prozent.

Mit leeren Händen steht die FDP da: Nach dem Rücktritt von Nationalrat Bruno Pezzatti schaffte sie es nicht, ihren Sitz zu verteidigen. Sie präsentierte zwar drei Listen mit neuen Kandidatinnen und Kandidaten. Offenbar fehlte der Partei aber ein Zugpferd.

"Schwieriger Tag"

FDP-Präsidentin Carina Brüngger wollte den Sitzverlust allerdings nicht darauf zurückführen. Die FDP-Kandidaten seien sehr präsent gewesen im Wahlkampf, sagte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Resultat sei wohl auch eine Folge der "grünen Welle". Die Partei schreibt in einer Medienmitteilung von einem "schwierigen Tag in der Geschichte der Zuger FDP".

Grosse Freude herrschte am Sonntag dagegen bei der ALG: Die 52-jährige Manuela Weichelt-Picard schaffte es, die bürgerliche Front zu knacken. Seit 2011 nämlich waren die drei Zuger Nationalratssitze in bürgerlicher Hand. Damals hatte Jo Lang seinen Sitz an Bruno Pezzatti von der FDP verloren.

Das Resultat sei "sehr aussergewöhnlich" für den Kanton Zug, sagte ALG-Wahlkampfchef Marco Knobel. Es sei eine grosse Freude, dass die linke Allianz den Sitz von der FDP zurückerkämpfen konnte. Er führt den Erfolg unter anderem auch auf die "starken Kandidatinnen und Kandidaten" zurück.

Zweiter Wahlgang bei Ständeratswahlen

Zu einer zweiten Runde kommt es bei den Zuger Ständeratswahlen. Denn einzig der bisherige CVP-Ständerat Peter Hegglin schaffte die Wahl auf Anhieb. Er erhielt 19'909 Stimmen und erreichte somit das absolute Mehr von 18'464 Stimmen problemlos.

Nicht geschafft hat es die FDP im ersten Wahlgang, den frei werdenden Sitz von Joachim Eder zu verteidigen. Zwar erhielt ihr Kandidat, alt Regierungsrat Matthias Michel, mit 16'852 Stimmen am zweitmeisten Stimmen, er verpasste das absolute Mehr dennoch deutlich.

Ebenso sein grosser Herausforderer Heinz Tännler von der SVP, der ihm aber dicht auf den Fersen ist: Der Zuger Finanzdirektor, der sich als OK-Chef des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug auf nationaler Bühne präsentieren konnte, erhielt nur 83 Stimmen weniger als Michel. Er holte 16'769 Stimmen. FDP-Präsidentin Brüngger zeigte sich überzeugt, dass Michel im zweiten Wahlgang das Rennen machen wird.

Weit zurück liegen die anderen vier Ständeratskandidaten: Tabea Zimmermann Gibson (ALG) holte 8'200 Stimmen, Barbara Gysel (SP) 7'898 Stimmen und Andrea Sidler Weiss (parteilos) kam auf 2'598 Stimmen. Auf dem letzten Platz liegt Stefan Thöni (Parat) mit 1'626 Stimmen. Für den zweiten Wahlgang, der am 17. November stattfindet, werden sich ALG und SP wohl auf eine Kandidatin konzentrieren. "Wir werden als links-grüner Verbund antreten", sagte Knobel.

Wahlanmeldeschluss für die Stichwahl ist am kommenden Dienstag um 12 Uhr.

Quelle: sda

Manuela Weichelt Thomas Aeschi (SVP) wurde als Nationalrat bestätigt. Der Zuger CVP-Präsident Gerhard Pfister wurde als Nationalrat wiedergewählt.