Bienensterben wegen illegalem Gift

Ein Spritzmittel aus der Landi ist mit illegalen Substanzen verunreinigt

Ein verseuchtes Insektizid aus der Landi verursacht Bienensterben.

Ein Spritzmittel aus der Landi, das mit illegalen Substanzen verunreinigt war, hat Hunderttausende Bienen in der Schweiz getötet. Darüber berichtet heute die «SonntagsZeitung». Wo überall gespritzt wurde, ist unklar.

Ein Aargauer Imker hatte kürzlich der Polizei gemeldet, dass seine 24 Bienenvölker auf mysteriöse Weise innert Tagen gestorben seien. 600'000 Bienen seien verendet. Die Aargauer Kantonspolizei gab den Fall an die Bundesbehörden weiter. Die daraufhin eingeleiteten Untersuchungen ergaben, dass die Bienen mit dem in der Schweiz und der EU verbotenen Insektenmittel Fipronil vergiftet wurden. Das hätten die Laboranalysen gezeigt.

Substanz wurde einem legalen Mittel beigemischt
Die verbotene Substanz Fipronil befand sich als unerkennbare Beimischung in einem legalen und eigentlich unproblematischen Insektizid. Diese legale Spitzmittel heisst Pirimicarb und ist in der Landi erhältlich. Die Behörden gehen davon aus, dass das verunreinigte Spritzmittel schweizweit im Umlauf ist. Laut Schätzungen geht es um 2'000 Packungen des Insektizids. Diese Menge reicht zum Spritzen von 3'300 Hektaren. Das entspricht umgerechnet der Fläche von 180 Bauernhöfen oder 4'700 Fifa-genormten Fussballfeldern. Wie viel von dem verseuchten Mittel bereits auf Gemüsekulturen oder Obstplantagen landete, ist dem Bericht zufolge unklar. Es sei wahrscheinlich, dass auch in anderen Gebieten der Schweiz Bienenvölker verendet seien, heisst es im Bericht weiter.

Das verseuchte Spritzmittel wurde von einer kaum bekannten indischen Chemiefirma hergestellt. Wie die Recherchen der Zeitung zeigen, liegen die Verkaufslizenzen in der Schweiz bei einer reinen Briefkastenfirma in Zürich ohne Mitarbeiter. Die Bewilligung für den Verkauf hatte das Bundesamt für Landwirtschaft erteilt. Sonderbar sei an diesem Fall, dass weder der Fall an sich noch die Rückrufaktion einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde, heisst es abschliessend im Bericht der «SonntagsZeitung».