Luzerner SP fordert je 18 Wochen Elternzeit

Aus wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht eher unrealistisch

Die SP Luzern lanciert eine Initiative für Elternzeit.

14 Wochen für die Mutter, zwei Tage für den Vater. Vor wenigen Wochen sagte das Parlament «Ja» zu einem zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Der SP Luzern genügt das nicht: Sie fordern je 18 Wochen Elternzeit für beide Elternteile. 

In fast keinem anderen Land erhalten frisch gebackene Eltern so wenig Zeit, um diese mit ihrem neugeborenen Kind zu verbringen. Weil der 4-wöchige Vaterschaftsurlaub vom Nationalrat abgelehnt wurde, beschliesst die SP Luzern auf kantonaler Ebene anzupacken und lancieren eine Elternzeit-Initiative. Ganze 36 Woche sollen unter den beiden Elternteilen aufgeteilt werden. Gleichzeitig würde die Elternzeit auch die Diskriminierung von Frauen bei Anstellungsentscheiden mindern. «Wir wollen damit eine Vorreiterrolle übernehmen. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt um Themen der Gleichstellung anzugehen», sagt Sara Agner, Kantonsrätin SP Luzern. 

«Die Familie ist wichtig, umso wichtiger ist es sie unterhalten zu können»

Die Elternzeit soll demnach über die Erwerbsersatzordnung finanziert werden, die gleiche Stelle die den bestehenden Mutterschaftsurlaub und den Militärdienst entschädigt. Das sei jedoch unrealistisch, sagt Gaudenz Zemp, Direktor vom Gewerbeverband Luzern: «Irgendwann landen die Lohnkosten beim Betrieb. Gleichzeitig sorgt bereits die Digitalisierung für Besorgnis im Arbeitsmarkt. Klar ist die Familie wichtig, umso wichtiger ist es sie unterhalten zu können.»

Aber auch aus rechtlichen Gründen würde die Initiative womöglich scheitern: «Die Elternzeit fällt unter das Arbeitsrecht, dort lassen sich weitgehende Regelungen vom Kanton aus nicht machen», so Paul Richli, ehemaliger Professor für Öffentliches Recht an der Universität Luzern. «Das Arbeitsrecht ist klar Sache vom Bund.»