Darum entgleiste der Eurocity im Bahnhof Luzern

Schlussbericht der SUST zu der Entgleisung

Der entgleiste Cisalpino im Bahnhof Luzern. Der entgleiste Cisalpino im Bahnhof Luzern. Der Eurocity Mailand - Basel ist im Luzerner Bahnhof bei der Ausfahrt engleist Der Eurocity Mailand - Basel ist im Luzerner Bahnhof bei der Ausfahrt engleist

Am 22. März 2017 entgleiste bei der Ausfahrt im Bahnhof Luzern ein Eurocity. Knapp zweieinhalb Jahre später hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST den Schlussbericht zur Unfalluntersuchung veröffentlicht. Darin kommt die SUST zum Schluss, dass mehrere Faktoren zum Unfall führten.

Bei der Entgleisung im Bahnhof Luzern wurden im Frühling 2017 sieben Personen verletzt. Der Bahnhof musste danach für mehrere Tage komplett gesperrt werden. Wie die SUST am Donnerstag in ihrem Bericht schreibt, waren folgende Faktoren Gründe für die Entgleisung:

  • Grosser Abstand (Klaffmass) zwischen Weichenzunge und Stockschiene, an welcher die Weichenzunge normalerweise anliegt
  • Wegkippen der Stockschiene
  • Verschleissform des Spurkranzes des entgleisten Rades
  • Mangelnder Schmierfilm zwischen Spurkranzflanke und Schienenflanke

Nach dem Bericht ist nun der Bund gefordert. Aufgrund der Erkenntnisse, die die SUST in ihrer Untersuchung gemacht hat, richtet sie nämlich folgende Empfehlungen an das Bundesamt für Verkehr (BAV):

  • Das BAV sollte Massnahmen und Vorgaben für ein Klaffen zwischen Stockschiene und Weichenzunge prüfen und sicherstellen, dass das Klaffmass unter dem fahrenden Zug derart beschränkt bleibt, dass es nicht zu einem entgleisungskritischen Zustand führt.
  • Das BAV sollte Massnahmen und Vorgaben prüfen, die sicherstellen, dass in Bereichen mit fahrdynamisch anspruchsvoller Gleisgeometrie jederzeit die Schmierung der Schienenflanke sichergestellt ist.

Laut dem Schlussbericht sind also mehrere Probleme an den Weichen und Schienen der Grund für die Zugsentgleisung. Unter anderem war der Abstand zwischen der Weichenzunge und bestimmten Schienenteilen zu gross und die Schienenflanke war zu wenig geschmiert. Aufgrund der Erkenntnisse hat die SUST dem Bundesamt für Verkehr (BAV) einige Empfehlungen gemacht. Unter anderem sollen sie die Abstände prüfen und die Schmierungen jederzeit sicherstellen.