Teure Wohnbaugenossenschaft

Wohnraum in Luzern unerschwinglich für untere Einkommen

Für neuen gemeinnützigen Wohnraum ist in der Neustadt Luzern lange gebaut worden. Nach vier Jahren ist ein Teil der neuen Genossenschaftssiedlung Himmelreich 3 am Samstag offiziell eröffnet worden. Doch so günstig wie erhofft sind die Wohnungen nicht.

Gemeinnützig sei dadurch definiert, dass Renditen nicht als Profit abgeschöpft werden, sondern wieder reinvestiert werden, sagt Martin Buob, Geschäftsführer der allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (abl), die das Himmelrich 3-Projekt verantwortet. Auch wenn im Himmelrich 3 keine Profite gemacht werden, sind die Mieten dort noch lange nicht günstig.

Zurzeit sind auf einer Immobilien-Plattform im Internet etwas mehr als 100 viereinhalb Zimmer-Wohnungen aufgelistet. 37 davon sind günstiger als die günstigste viereinhalb Zimmer-Wohnung im Himmelrich 3. 

Hälfte des Einkommens für Miete

Eine viereinhalb Zimmer-Wohnung inklusive Nebenkosten kostet im Himmelreich 3 rund 2’400 Franken. In diesem Gebiet liegt das durchschnittliche steuerbare Einkommen bei rund 55’000 Franken. Zahlt jemand eine solche Wohnung alleine, zum Beispiel ein Familienvater, dann kostet sie also mehr als die Hälfte des Einkommens.

Stadt hat wenig Einfluss auf Preise

Bis im Jahr 2037 soll der Anteil gemeinnütziger Wohnungen in der Stadt Luzern bei 16% liegen - das hat das Stimmvolk 2012 so entschieden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es rund 13%. Die Stadtregierung will dieses Ziel vor allem damit erreichen, dass sie Wohnbaugenossenschaften wie der abl Bauland zur Verfügung stellt.

Viele Bauland-Reserven hat die Stadt aber nicht mehr, wie Adrian Borgula, Umwelt- und Mobilitätsdirektor der Stadt Luzern gegenüber Tele1 und Radio Pilatus sagte. Andere Mittel, um auf die Preisentwicklung bei den Mietwohnungen Einfluss zu nehmen, habe die Stadt nur sehr beschränkt, so Borgula weiter. 

Himmelrich 3 Innenhof