Wenig Unterstützung beim Tabak-Entzug

Jedes Jahr sterben nach Angaben der WHO acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum

Rauchen (Symolbild)

Tabakkonsum ist schädlich, aufhören ist gut für die Gesundheit – wer Tabak raucht, verdampft, schnupft oder kaut, weiss das meist, aber auszusteigen fällt trotzdem schwer. Die Weltgesundheitsorganisation hat konkrete Ideen, was helfen kann.

Der Nichtraucherschutz wächst zwar weltweit und Rauchen wird in den meisten Ländern immer teurer und schwerer gemacht - aber bei Hilfen zur Entwöhnung hapert es noch. Zu diesem Schluss kommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Welt-Tabak-Bericht.

Sie stellte ihn am Freitag in Rio de Janeiro vor, weil Brasilien nach der Türkei erst das zweite Land der Welt ist, das alle von der WHO empfohlenen Massnahmen zum Eindämmen des Tabakkonsums voll umgesetzt hat.

Mit einem Bevölkerungsanteil von 21 Prozent Erwachsenen, die täglich rauchen, liegt die Schweiz gemäss WHO punkto Rauchfreiheit nur im Mittelfeld. Musterknaben sind Usbekistan mit 10 und Schweden mit 11 Prozent Raucheranteil, während Griechenland und viele osteuropäische Länder einen Raucheranteil von über einem Drittel aufweisen. "Spitzenreiter" ist Montenegro mit 38 Prozent.

Die WHO stellt der Schweiz aber sonst ein recht gutes Zeugnis aus: Sie gehört zu den Ländern, welche den Tabakkonsum am strengsten überwachen und am regelmässigsten Anti-Rauch-Kampagnen starten.

Unverändert 1,1 Milliarden Raucher weltweit
"Mit dem Rauchen aufzuhören ist eines der besten Dinge, die man für seine eigene Gesundheit tun kann", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Zwar sinkt der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung. Durch das Bevölkerungswachstum bleibt ihre Zahl aber bei rund 1,1 Milliarden weltweit konstant. 80 Prozent von ihnen leben in Ländern mit niedrigem bis mittleren Einkommen.

Jedes Jahr sterben nach Angaben der WHO acht Millionen Menschen durch Tabakkonsum. Der Wirtschaft gingen durch Gesundheitskosten und Arbeitsausfälle 1,4 Billionen Dollar im Jahr verloren. Die WHO warnt vor Zigarettenersatz wie E-Zigaretten und Produkten, bei denen Tabak erhitzt statt verbrannt wird. Alle seien gesundheitsschädlich.

Länder erhöhen Schutz vor Tabakkonsum
Sechs von zehn Erdenbewohnern leben heute in Ländern, die wenigsten eine Massnahme gegen den Tabakkonsum ergriffen haben, schreibt die WHO. Das sind viermal so viele wie 2007. Knapp die Hälfte der Menschen lebt in Ländern, die Ekelbilder etwa von Geschwüren, die durch Tabak verursacht wurden, auf Packungen haben.

Nur 2,4 Milliarden Menschen leben aber in Ländern, die Menschen unterstützen, die mit dem Tabakkonsum aufhören wollen, wie die WHO schreibt. Die Organisation empfiehlt zum Beispiel Hotlines für telefonische Sofortberatung oder entsprechende Online- oder Handy-Dienste. Hausärzte sollen Raucher ansprechen und auf Hilfen beim Aufhören hinweisen, und Nikotinersatztherapien sollen finanziell gefördert werden.

(Quelle: sda)