Pilatus Flugzeugwerke verlieren Auftrag in Indien

Dem Stanser Flugzeugbauer wird Korruption in Indien vorgeworfen

Indien will 38 Flugzeuge von Pilatus nicht kaufen.

Dem Schweizer Flugzeughersteller Pilatus droht offenbar neues Ungemach in Indien: Die indische Flugwaffe soll beschlossen haben, auf den Kauf von 38 neuen Pilatus PC-7-Trainingsmaschinen zu verzichten.

Nachdem die Pilatus Flugzeugwerke Supportaufträge in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht mehr tätigen dürfen, könnten sie nun auch noch einen Auftrag in Indien verlieren. Dies berichtet die «SonntagsZeitung» unter Verweis auf eine Meldung der Zeitung «Hindustan Times». Die zweitgrösste englischsprachige Zeitung Indiens beruft sich auf zwei hochrangige Beamte, die anonym bleiben wollen. Bei dem geplanten Verkauf von 38 Maschinen handelt es sich um eine zusätzliche Kaufoption zur 2012 getätigten Grossbestellung über 75 Trainingsflugzeuge.

Der Stanser Flugzeugbauer ist in Indien seit längerem mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Es geht dabei um die abgeschlossene Lieferung der 75 PC-7-Flieger. Die indische Bundespolizei CBI wirft Pilatus vor, 2010 einem Waffenhändler eine Million Franken überwiesen zu haben, um den Auftrag zu erhalten. Zudem sollen weitere 50 Millionen geflossen sein. Pilatus sei Teil einer «konspirativen Verschwörung», heisst es in der Anklageschrift der Bundespolizei, die vor einem Monat veröffentlicht wurde. Pilatus hat bisher keine Stellung genommen.