Bundesanwalt Lauber will im Amt bleiben

Aufsichtsbehörde eröffnet Disziplinaruntersuchung

Bundesanwalt Michael Lauber

Gegen Bundesanwalt Michael Lauber hat die Aufsichtsbehörde eine Disziplinaruntersuchung eröffnet. Dies entschied die Behörde an ihrer gestrigen ausserordentlichen Sitzung, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Vor den Medien erklärte Lauber, dass er an einer erneuten Kandidatur für das Amt des Bundesanwalt festhalte.

Mit der Untersuchung sollen mögliche Amtspflichtverletzungen des Bundesanwaltes innerhalb des Fifa-Verfahrenskomplexes disziplinarrechtlich geklärt werden. Die Eröffnung präjudiziert das Ergebnis der Untersuchung in keiner Art und Weise.

Externe Fachperson beauftragt

Um ein objektives und faires Verfahren sicherzustellen, wird die Aufsichtsbehörde eine externe Fachperson mit der Durchführung der Untersuchung beauftragen. Der Name der Fachperson wird der Öffentlichkeit separat mitgeteilt.

Bis zum Abschluss der Disziplinaruntersuchung kommuniziert die Aufsichtsbehörde in dieser Sache nicht, heisst es weiter in der Mitteilung.

Bundesanwalt Michael Lauber steht wegen informeller Treffen mit dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino in der Kritik. Dies ist besonders heikel, weil ein Verfahren gegen die Fifa läuft. Zwar sind solche informellen Treffen zulässig, doch hätten sie protokolliert und in den Akten dokumentiert werden müssen. Gegenüber der Aufsichtsbehörde hatte Lauber zudem nur zwei Treffen im Jahr 2016 angegeben. Später räumte er ein, dass es 2017 wohl ein drittes Treffen gegeben habe.

Lauber nimmt Stellung

Der Bundesanwalt nahm am Nachmittag an einer Medienkonferenz Stellung zur Untersuchung. Er ging dabei auf die Kritik ein rund um die Treffen mit Infantino und entschuldigte sich nochmals dafür, dass er sich nicht an das dritte Treffen erinnern konnte. Auch machte er klar, dass ab sofort alle Treffen dokumentiert würden. An seiner erneuten Kandidatur als Bundesanwalt halte er fest, sagte Lauber. Am Schluss betonte Lauber an der Medienkonferenz: "Ich lüge nicht, ich verschweige nichts."