Bundesrat will Online-Geldspieler besser vor der Sucht schützen

Vernehmlassung über das neue Geldspielgesetz

Pokern (Symbolbild)

In der Schweiz sollen künftig Online-Geldspiele erlaubt sein. Das teilt der Bundesrat mit und zeigt auf, wie er Online-Spiele künftig regeln will. Unter anderem soll der Schutz vor Spielsucht verbessert werden. 

Das im vergangenen Jahr vom Parlament verabschiedete neue Geldspielgesetz sieht vor, dass Schweizer Casinos neu auch im Internet Spiele anbieten dürfen. Für das Spielen im Netz macht der Bundesrat aber Auflagen. Am Freitag hat er die Karten aufgedeckt und entschieden, wie er den Schutz vor Spielsucht und die Sperre von nicht zugelassenen Online-Spielen regeln will. 

Spielerkonto mit Höchstwerten für Einsätze

Wer online spielen will, muss ein Spielerkonto eröffnen, volljährig sein und in der Schweiz wohnen. Wer eine Spielsperre hat, darf nicht spielen. Unter anderem müssen online Spielende Höchstwerte für ihre Einsätze festlegen, und sie müssen über exzessives Spiel informiert werden. Auch sollen Spielsucht-Gefährdete früh erkannt werden. Weiter will der Bundesrat mit Verordnungsbestimmungen Manipulationen bei Sportwettkämpfen bekämpfen. Die Geldspielverordnung schreibt hier vor, dass Wetten bei Ereignissen nicht angeboten werden dürfen, wenn ein erhöhtes Risiko von Manipulation besteht.

Kleine Pokerturniere

Zudem schlägt der Bundesrat vor, wann kleine kommerzielle Pokerturniere ausserhalb von Casinos zulässig sind. Voraussetzungen sind ein Startgeld von höchstens 200 Franken pro Person und eine Startgelder-Summe bis zu 20'000 Franken. Im Inland nicht zugelassene ausländische Online-Spiele werden gemäss Geldspielgesetz für Spielende in der Schweiz gesperrt. 

Mehr Steuererträge erwartet

Weiter sollen die Anbieter von Online-Spielseiten wie Casinos Steuern abliefern. Der Bund rechnet mit Mehreinnahmen von bis zu 75 Millionen Franken pro Jahr zu Gunsten von AHV und IV. Die Vernehmlassung ist ab sofort eröffnet. Die Abstimmung zum neuen Geldspielgesetz findet am 10. Juni statt.