Stadt Zug: Auftakt zu spektakulären Bauarbeiten

Tief unter der Stadt entsteht ein ganzes Tunnelsystem

Microtunneling unter der Stadt Zug: Die Zuger Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin Isabelle Flachsmann taufte den Bohrkopf der
Tunnelbohrmaschine auf den Namen «Isabelle». Microtunneling unter der Stadt Zug: Eindrücke von der Bohrkopftaufe auf der Baustelle beim Aabachkreisel Microtunneling unter der Stadt Zug: Eindrücke von der Bohrkopftaufe auf der Baustelle beim Aabachkreisel Microtunneling unter der Stadt Zug: Eindrücke von der Bohrkopftaufe auf der Baustelle beim Aabachkreisel Microtunneling unter der Stadt Zug: Eindrücke von der Bohrkopftaufe auf der Baustelle beim Aabachkreisel Microtunneling unter der Stadt Zug: Eindrücke von der Bohrkopftaufe auf der Baustelle beim Aabachkreisel Microtunneling unter der Stadt Zug: Eindrücke von der Bohrkopftaufe auf der Baustelle beim Aabachkreisel

Zug hat Grosses vor: Rund zehn Metern unter der Erdoberfläche bohrt eine Tunnelbaumaschine die Röhren für die neue Stadtentwässerung und ein umweltfreundliches Generationenprojekt.

Die Vorflutleitung Zugersee und der Energieverbund Circulago stehen kurz vor Beginn der Hauptarbeiten. Am Freitagvormittag haben – der Tradition im Tunnelbau folgend – die Verantwortlichen den Bohrkopf der Tunnelbaumaschine mit einem Durchmesser von 2,7 Metern gesegnet und auf den Namen Isabelle getauft.

Technische Meisterleistung

In der darauffolgenden Woche gräbt sich die Tunnelbohrmaschine in einer Tiefe von acht bis zehn Metern unter der Stadt Zug hindurch, vom Zugersee bis zur V-Zug. Als eine technische Meisterleistung bezeichnete André Wicki, Baudirektor der Stadt Zug, die Bauarbeiten, die im speziellen Microtunneling-Verfahren durchgeführt werden, anlässlich der Bohrkopftaufe. «Microtunneling geht schneller, ist kaum hörbar und erst noch günstiger, als wenn man die Strassen auf der gesamten Strecke von 1,8 km aufreissen müsste», so Wicki.

Gebohrt wird mit einer ähnlichen Tunnelbohrmaschine wie derjenigen für den Bau des Gotthard-Basistunnels. Mit einem Durchmesser 2,7 Metern ist sie jedoch deutlich kleiner. Die unbemannte Tunnelbohrmaschine arbeitet vollautomatisch und wird von einer Steuerzentrale an der Erdoberfläche aus kontrolliert. Für die Bohrarbeiten sind fünf grosse Bauschächte notwendig.

In einem Video zeigt die Zuger Stadtverwaltung, wie die Baurbeiten im Microtunneling-Verfahren funktionieren:

Zwei Grossprojekte auf einmal

Das Tunnelsystem bedeute für Zug einen Meilenstein für die Stadtentwässerung, betonte Baudirektor André Wicki. Regenwasser könne künftig noch konsequenter vom Abwasser getrennt werden. So verbessere sich die Wasserqualität des Zugersees. Ausserdem gelange selbst bei starkem Regen weniger Regenwasser in die Kläranlagen. Diese könnten so entlastet werden. «Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Gefahr von Überschwemmungen sinkt», so Wicki weiter. Die neue Meteorwasserleitung mit einer Länge von 1,8 Kilometern soll im Herbst 2018 in Betrieb genommen werden. Die Stadt Zug rechnet mit Kosten von rund 19,5 Millionen Franken. 

Mit dem zeitgleichen Bau einer zweiten, parallel zum Tunnel für die Entwässerung laufenden Bohrung, beginnt das Zuger Energieversorgungsunternehmen WWZ mit dem Bau des Energieverbunds Circulago.

60'000 Tonnen weniger CO2 pro Jahr

Ziel dieses Generationenprojekts ist die Versorgung der Stadt Zug und von Baar-Süd mit umweltfreundlicher Wärme- und Kälteenergie. Gewonnen wird diese aus dem Zugersee. «Circulago leistet einen bedeutenden Beitrag zur regionalen erneuerbaren Energiezukunft und unterstützt die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft, denen das Zuger Stimmvolk 2011 zugestimmt hat», so Andreas Widmer, CEO von WWZ.

Im Endausbau werde man dank Circulago den CO2-Ausstoss jährlich um bis zu 80 Prozent reduzieren können. Das neue Energieverbund-Projekt kostet die WWZ laut Widmer rund 100 Millionen Franken.

Audiofiles

  1. Microtunneling unter der Stadt Zug: Spektakuläre Bauarbeiten für ein spezielles Tunnelsystem. Audio: David von Moos