Luzern: Zeichen gegen Poststellen-Schliessung

Kantonsparlament verlangt, dass sich die Regierung zur Wehr setzt

Der Luzerner Kantonsratssaal Grosse Veränderungen: Die Post schliesst bis zu 600 Filialen.

Die Regierung muss sich gegen die Schliessung von Poststellen im Kanton Luzern zur Wehr setzen, wenn dadurch der Service public in den Gemeinden gefährdet ist. Einen entsprechenden Vorstoss der SP hat das Kantonsparlament überwiesen.

Vor zwei Wochen hatte die Post angekündigt, in den kommenden fünf Jahren bis zu 600 Poststellen zu schliessen. Zwar werden diese teils durch sogenannte Post-Agenturen ersetzt. Solche Agenturlösungen seien aber nicht immer zufriedenstellend, erklärten verschiedene Parlamentarier. Ein Massenversand für Geschäftskunden, Werbung oder auch Konto-Eröffnungen seien dort nicht möglich.

"Man beisst auf Gotthard-Granit."

Ob ein verstärktes Engagement der Regierung etwas bringt, bezweifelte FDP-Parlamentarierin Irene Keller. Als Gemeindeammann von Vitznau habe sie die Umwandlung der Poststelle in eine Agentur erst kürzlich miterlebt. Trotz mehrmaliger Gespräche mit der Post und einer Petition mit mehreren hundert Unterschriften habe sich die Post nicht umstimmen lassen: "Man beisst auf Gotthard-Granit."

Die Postverordnung schreibt vor, dass eine Poststelle oder Agentur für 90 Prozent der Bevölkerung innert 20 Minuten erreichbar sein muss. Vor der Schliessung oder Verlegung einer Poststelle oder Postagentur muss die Post die Behörden der betroffenen Gemeinden anhören, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Die Post will ab dem kommenden Januar darüber informieren, welche Poststellen sie schliessen oder in Agenturen umwandeln will.

Audiofiles

  1. Luzerner Kantonsparlament macht sich für Poststellen stark. Audio: Urs Schlatter