Ashley Madison gehackt: 160'000 Schweizer Kunden in Angst

Seitensprungportal Opfer von Hackern

Das Seitensprungportal Ashley Madison wurde offenbar gehackt. Die Hacker drohen damit, die Daten der 37 Millionen Kunden zu veröffentlichen

Bisher hatte Ashley Madison 19 US-Dollar von seinen Kunden verlangt, die ihr Konto endgültig löschen wollten. Die Lösch-Option werde man nun für alle Mitglieder kostenlos anbieten, erklärte das Unternehmen.

Dies nachdem das Seitensprungportal Opfer eines Hackerangriffs geworden ist. Diese erbeuteten laut eigenen Angaben die Daten der 37 Millionen Mitglieder. Darunter sollen auch die Angaben von rund 160'000 Schweizerinnen und Schweizer sein. Den Hackern war offenbar ein Dorn im Auge, dass man bei Ashley Madison zahlen muss, um sein Konto zu löschen. Ausserdem seien dann nicht mal alle Angaben gelöscht worden. Die Hackergruppe Impact Team verlangt deshalb, dass die Seiten ashleymadison.com und establishedmen.com vom Netz genommen werde. Ansonsten werde man die Nutzerdaten veröffentlichen.

Ob die neue Möglichkeit zur kostenfreien Löschung des Profils die Hacker besänftigen wird, ist abzuwarten. Für die Nutzerinnen und Nutzer wäre dies zu hoffen.

Mehrere grosse Hacker-Angriffe in den letzten Wochen
Ashley Madison ist ein weiterer gravierender Angriff im Internet. In den letzten Wochen gab es ja auch den Datendiebstahl beim italienischen Anbieter "Hacking Team", welcher Spionagesoftware an Regierungen und Firmen verkauft. Diese Software wurde durch die Veröffentlichung des Source-Codes nutzlos. Die auch bei der Kantonspolizei Zürich eingesetzte Software hat sich vor allem über Sicherheitslücken im Flash Player und im Microsoft Betriebssystem Windows Zugang zu entfernten Rechnern verschafft. Adobe hat inzwischen die Sicherheitslücken gestopft. Heute verteilte auch Microsoft ein Notfall-Update, welches eine Lücke in praktisch sämtlichen Windows-Versionen stopfte. Wichtig ist, dass man diese Updates möglichst zeitnah auch installiert, ansonsten können sie weiterhin ausgenutzt werden.

Totaler Schutz gibt es nicht
Natürlich zahlt es sich aus, wenn man gute Passwörter verwendet, Updates installiert, nicht jedem dubiosen Unternehmen seine Daten gibt oder sich allgemein vorsichtig im Internet bewegt. Wie die jüngsten Angriffe zeigen, sind aber auch Spezialisten wie das Hacking Team nicht sicher vor Angriffen. Insofern ist es schwierig, sich wirklich abzusichern gegen die Risiken eines Datendiebstahls bei einem Internet-Unternehmen.

Audiofiles

  1. Vernetzt: Durch den Sommer wird gehackt. Audio: Carla Keller