Wieso zählt man beim Tennis eigentlich so komisch?

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Für Leute, die Tennis spielen, ist es völlig normal. Das Zählen: 15:0, 30:0, 40:0. Das Tennis-Zählsystem jemandem zu erklären, ist aber nicht ganz einfach. Wieso zählt man aber beim Tennis so komisch?

Vorgänger des Tennis war ein Spiel aus Frankreich: Jeu de Paume. Paume heisst übersetzt "Handfläche". Ursprünglich spielte man sich den Ball mit der Handfläche und nicht mit einem Schläger zu. Zum Gewinnen brauchte es vier Punkte. Gezählt wurde in 15er-Schritten bis 60. Wieso das so war, dazu gibt es mehrere Theorien. Eine davon ist, weil man beim Spiel gewettet hat und der Mindesteinsatz dabei 15 Deniers war. Also 15, 30, 45 und 60. Eine andere Theorie ist, dass man beim Jeu de Paume bei jedem gewonnenen Punkt eine Linie Richtung Spielfeldmitte vorrücken konnte. Diese Linien waren bei 15 Zoll, 30 Zoll und 45 Zoll. Später wurde vermutlich aus 45 die Zahl 40, weil es einfacher war von der französischen Sprache her. Es ist einfacher "Quarante" (40) zu rufen statt "Quarante-cinq" (45).

Interessant ist auch, dass man der Null im Tennis "Love" sagt. Das führt man auch auf die französische Sprache zurück, weil die Null aussieht wie ein Ei. Und Ei auf Französisch heisst "L’oeuf".

 

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  1. Wieso zählt man beim Tennis so komisch?. Audio: Tise Oetterli