Erstfelder Barbetreiber mit Teilerfolg vor Bundesgericht

Urner Obergericht muss über die Bücher - Hauptindiz fällt weg

Das Bundesgericht in Lausanne.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Erstfelder Barbetreibers teilweise gutgeheissen, der wegen versuchten Mordes und versuchter Tötung zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war. Das Hauptindiz, eine DNA-Spur des Angeklagten auf einer Patronenhülse, dürfe nicht als Beweismittel verwendet werden. Zudem war der Hauptzeuge bei der damaligen Einvernahme stark alkoholisiert und später vor Gericht nie erschienen. Das Bundesgericht entschied deshalb, dass es keine genügenden Beweise gebe, dass der beschuldigte Barbetreiber zwingend der Schütze gewesen sei. Der Anwalt des Beschuldigten, Linus Jäggi, zeigte sich in der „Tagesschau“ erleichtert über den Entscheid des Bundesgerichtes.

Rolf Dittli, Präsident des Urner Obergerichts, erklärte, dass das Bundesgericht ausdrücklich und klar festgestellt habe, dass die Beweisführung nicht willkürlich war. Man müsse aber "in der DNA-Sache nochmals über die Bücher", so Dittli.

Der Barbetreiber soll im Januar 2010 vor seiner Bar auf einen Gast geschossen haben. Zudem habe er die Ermordung seiner Ehefrau, welche im November 2010 angeschossen wurde, in Auftrag gegeben.