Schon bald vier Wochen Vaterschaftsurlaub?

Travail Suisse verlangt den gesetzlich bezahlten Urlaub

In der Schweiz sollen Väter nach der Geburt ihres Kindes mehr Zeit für die Familie erhalten. Der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse verlangt einen gesetzlich festgelegten Vaterschaftsurlaub von vier Wochen. Viele Schweizer Arbeitgeber geben frisch gewordenen Väter nur ein oder zwei Tage frei, kritisiert der Verband. Diese Situation sei unhaltbar, sagt Matthias Kuert von Travail.Suisse. Die Zeit sei reif für den Vaterschaftsurlaub. Es gebe immer mehr Väter, die zu Hause bleiben wollen nach der Geburt. Diese gelebte Realität soll sich nun auch im Gesetz abbilden, so Kuert weiter.

"Die Zeit sei reif für den Vaterschaftsurlaub."

Travail.Suisse schlägt ein ähnliches Modell vor wie bei der Mutterschaftsversicherung: Väter sollen nach der Geburt eines Kindes über einen Zeitraum von einem Jahr an 20 Arbeitstagen am Arbeitsplatz fehlen können. An diesen inklusive Wochenenden 28 Tagen würden sie 80 Prozent des Lohnes erhalten. Die Tage sollen auch einzeln bezogen werden können - ein Mann könnte also beispielsweise während 20 Wochen statt zu 100 nur zu 80 Prozent arbeiten.

"Die Beiträge für die EO müssten nicht oder nur leicht erhöht werden."

Finanziert werden soll der Vaterschaftsurlaub wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatz-Ordnung EO. Dazu müssten die Beitragssätze für die EO nicht oder nur sehr moderator erhöht werden, sagt Kuert weiter. Gemäss einem Bericht des Bundesrates würde ein solcher Vaterschaftsurlaub jährlich rund 380 Millionen Franken kosten. Für den Bundesrat hat ein Vaterschaftsurlaub zurzeit nicht Priorität, wie er letzten Herbst erklärte. Er lässt aber bis Mitte 2014 prüfen, ob Mütter und Väter das Recht erhalten sollen, nach der Geburt eines Kindes das Arbeitspensum um bis zu 20 Prozent zu reduzieren.

Väter sollen mehr Zeit für ihre neugeborenen Kinder haben.

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  1. Travail.Suisse verlangt vier Wochen Vaterschaftsurlaub.. Audio: Franziska Boser